Nachhaltige Brautmode – was bedeutet das eigentlich?

Nachhaltige Brautmode – was bedeutet das eigentlich?

Nachhaltige Brautmode – diesen Begriff liest und hört man inzwischen überall. Aber wann ist ein Brautkleid eigentlich nachhaltig?

Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht. Denn bei einem Brautkleid spielen viele unterschiedliche Aspekte eine Rolle: die verwendeten Materialien, ihre Herkunft, die Fertigung, die Verarbeitung und auch die Frage, was mit Stoffen passiert, die bereits vorhanden sind.

Deshalb möchten wir bei kisui nicht einfach behaupten, dass ein Brautkleid „nachhaltig“ ist. Wir finden es sinnvoller, konkret zu zeigen, wie unsere Brautmode entsteht und welche Materialien wir verwenden.

So kannst du selbst entscheiden, welche Aspekte dir bei deinem Brautkleid wichtig sind.

Wo werden kisui Brautkleider gefertigt?

Unsere Brautkleider werden in Berlin entworfen und in Deutschland gefertigt.

Ein Teil entsteht direkt in unserem eigenen Atelier. Darüber hinaus arbeiten wir mit ausgewählten Näh- und Strickpartnern in Deutschland zusammen.

Viele unserer Kleider fertigen wir erst nach der Bestellung einer Braut. Gleichzeitig gibt es natürlich Musterkleider für unsere Kollektionen und Anproben sowie einzelne Modelle und Größen, die bereits vorhanden sind.

Auch diese Kleider nutzen wir weiter. Musterkleider findest du beispielsweise immer wieder in unserem Sale.

Welche Materialien verwenden wir?

Stoffe sind für uns einer der wichtigsten Ausgangspunkte für ein neues Design.

Wir arbeiten mit ausgewählten europäischen Herstellern und Lieferanten und verwenden je nach Modell unter anderem Seide, Viskose, Tüll, Spitze und unterschiedliche moderne textile Qualitäten.

Auch Materialien mit recycelten Fasern und Materialien ohne Fasern tierischen Ursprungs gehören zu unseren Kollektionen.

Welche Materialzusammensetzung ein bestimmtes Brautkleid hat, betrachten wir dabei immer für das jeweilige Modell – denn nicht jedes Material und nicht jedes Kleid ist gleich.

Was sagen Zertifizierungen über Brautmode aus?

Zertifizierungen können eine wichtige Orientierung geben. Sie zeigen, dass bestimmte Materialien, Prozesse oder Unternehmen nach festgelegten Kriterien geprüft wurden.

Gleichzeitig ist die Welt der textilen Zertifizierungen ziemlich komplex. Nicht jede Zertifizierung eines Stoffherstellers gilt automatisch für alle Stoffe, die dieser Hersteller produziert. Und auch ein zertifiziertes Ausgangsmaterial bedeutet nicht automatisch, dass das daraus gefertigte Brautkleid als zertifiziert bezeichnet werden darf.

Gerade für kleine Labels spielt außerdem der Aufwand einer Zertifizierung eine Rolle. Zertifizierungsverfahren sind mit Prüfungen, Dokumentation und Kosten verbunden. Deshalb bedeutet eine fehlende Zertifizierung nicht automatisch, dass ein Unternehmen sich keine Gedanken über Materialien, Herstellung oder seine Lieferkette macht.

Auch kisui ist als Unternehmen derzeit nicht nach einem Nachhaltigkeitsstandard zertifiziert.

Deshalb möchten wir mit Zertifizierungen besonders transparent umgehen: Wir nennen sie nur dort, wo wir sicher belegen können, wer oder was genau zertifiziert ist – zum Beispiel ein Hersteller, ein bestimmter Stoff oder ein konkretes Material.

Und auch ohne Zertifikat können wir viele Dinge konkret benennen: wo unsere Brautkleider gefertigt werden, welche Materialien wir verwenden, woher sie stammen und ob beispielsweise bereits vorhandene Stoffe aus unserem Atelier für neue Designs eingesetzt werden.

Stoffe aus unserem Atelier bekommen eine neue Idee

Bei der Entwicklung und Produktion unserer Kollektionen bleiben im Atelier immer wieder Stoffe und Spitzen aus früheren Produktionen und Zuschnitten zurück.

Für ausgewählte Designs unserer LOV·E Kollektion verwenden wir auch hochwertige Stoffe aus unserem Atelierbestand. So kann ein Material, das bereits bei uns vorhanden ist, Teil eines neuen Designs werden.

Auch bei unserer Lingerie machen wir das ganz konkret: Für ausgewählte Bralettes, Slips und Bodies verwenden wir Spitze, die beim Zuschnitt unserer Brautkleider übrig bleibt.

Viel zu schön, um sie nicht weiterzuverwenden, finden wir.

Ein Brautlook für mehr als einen Tag

Gerade bei unseren Zweiteilern mögen wir die Möglichkeit, einzelne Teile später ganz anders zu kombinieren.

Ein Brauttop kann nach der Hochzeit beispielsweise mit Jeans oder einer anderen Hose getragen werden. Ein Rock bekommt mit einem schlichten Shirt einen völlig neuen Look. Strickjacken, Pullover oder Blazer lassen sich ebenfalls unabhängig vom ursprünglichen Bridal Look kombinieren.

Bei manchen Kleidern sind nach der Hochzeit auch Änderungen möglich – beispielsweise kann aus einem langen Kleid ein kürzeres Modell werden.

Das bedeutet natürlich nicht, dass jedes Brautkleid automatisch zum Alltagskleid wird. Aber gerade bei Separates lohnt es sich, schon bei der Auswahl darüber nachzudenken, welche Teile später noch zu deinem Kleiderschrank passen könnten.

Vegan, recycelt, zertifiziert – nicht alles bedeutet dasselbe

Begriffe rund um Materialien werden schnell miteinander vermischt.

Ein veganes Brautkleid kommt ohne Materialien tierischen Ursprungs aus. Das allein sagt aber noch nichts über andere Eigenschaften des Materials oder die Herstellung des Kleides aus.

Bei einem Stoff mit recycelten Fasern ist wiederum entscheidend, welcher Bestandteil recycelt ist und wie hoch sein Anteil ist.

Und eine Zertifizierung gilt immer für den Bereich, das Unternehmen, das Produkt oder das Material, das von der jeweiligen Zertifizierung tatsächlich erfasst wird.

Deshalb möchten wir diese Eigenschaften bei kisui möglichst konkret benennen, statt sie unter einem einzigen Begriff zusammenzufassen.

Also: Was ist nachhaltige Brautmode?

Vielleicht ist genau das die schwierigste Frage.

Nachhaltigkeit kann unterschiedliche ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte umfassen. Ein einzelner Stoff, eine bestimmte Faser oder der Produktionsort allein machen deshalb für uns noch kein ganzes Brautkleid „nachhaltig“.

Wir möchten dir lieber die Informationen geben, die wir konkret benennen und belegen können:

wo unsere Brautmode gefertigt wird, welche Materialien in einem Modell verarbeitet sind, ob für einen bestimmten Stoff oder Hersteller eine Zertifizierung vorliegt und ob vorhandene Materialien aus unserem Atelier verwendet wurden.

Denn am Ende sollst du nicht einfach einem Begriff vertrauen müssen.

Du sollst wissen, was hinter deinem Kleid steckt.

Und natürlich soll es trotzdem das Wichtigste können:

sich nach dir anfühlen.